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Mittwoch, Oktober 26, 2005

das Runde ins Eckige

Die Eintracht hat Schalke gestern 6:0 (!!) platt gemacht (die Presse benutzte Vokabeln wie Sensation, Demütigung und Torfestival), Bloginhaberin O. und die werte Mit-Hessin C., völlig losgelöst, tanzen heute tatsächlich triumphierend um unsere Gelsenkirchenerin rum, was von "Adler auf der Brust" grölend, fassungslos *g* Jetzt brauchen wir nur noch ne Gelegenheit, um es dem beinharten Schalke-Fan aus dem Obergeschoss aufs Brot zu schmieren, hehe.....
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Schon komisch, dass und wie sich das Thema Fußball so langsam ins (kollektive) Bewußtsein schiebt, die WM wirft ihre Schatten voraus. Eigentlich hab ich da persönlich nie was mit zu tun gehabt, war immer eher amüsierter Zaungast, der Eifer und Hingabe der Fans ein bisschen belächelt hat. Wenn man sich aber heute so umguckt, kann man der Angelegenheit kaum entgehn und ich merke, dass ich mich der Thematik geöffnet hab, was aber (ganz ehrlich!) nichts mit Männern in kurzen Hosen zu tun hat.
Gut, in Berührung mit der Materie kommt man natürlich immer irgendwie: Papa hört Samstag nachmittags die Bundesligakonferenz im Radio bzw. guckt die Sportschau im Fernsehen (vermutlich fallen mir deshalb eher alte als neue Spielernamen ein), der Sportverein im Dörfli besteht eigentlich nur aus einer Fußballabteilung, Spiele egal welcher Turniere werden im Fernsehen angeguckt, es gibt komische Maskottchen und WM-Songs......Aber so richtig abgewinnen konnte ich dem Thema eigentlich nie was, nie zum Zugucken auf den Sportplatz gegangen, nie mit einem Kicker oder Fan liiert gewesen, nie selbst gespielt (höchstens Tischfußball vor der Konfi-Stunde, was zugegebenermaßen schon Spaß gemacht hat), der Funke ist nie übergesprungen.
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Aber dann liest man Fever Pitch, guckt sich die Verfilmung mit Colin Firth (*schmacht* anderes Thema.....), Bend it like Beckham und das Wunder von Bern an, geht zu einem Spiel ins Stadion (zwar "nur" Rugby, trotzdem kann man erahnen, dass so ein live event was Besonderes ist), bestaunt die futuristischen Formen der neuen Stadionarchitektur, lässt sich von seiner Mitbewohnerin zum Spielegucken in Kneipen mitschleppen (WM/ EM) und nimmt plötzlich Anteil, wenn ein regionaler Verein absteigt und alle Anhänger ganz niedergeschlagen sind. Zwar kann ich die Abseits-Regel immer noch nicht adäquat erklären (Aaaaalso, wenn zwischen dem Tor und dem Mann mit dem Ball.....ähh?), stehe der Sache jetzt aber viel wohlwollender gegenüber als früher und bedaure es fast ein bisschen, dass wir Mädels damals nicht auch gekickt haben.......
Eine Rundlederwelten-Ausstellung in Berlin und, vor allem, ein Fußball-Oratorium (hab mal einen kurzen Ausschnitt im TV gesehen, hat mich sehr an "Der Wolf, das Lamm, auf der grünen Wiese, hurrrz" erinnert....) find ich dann aber eher anstrengend. Auch die Hardcore-Fans finden das ein bisschen befremdlich und haben das Gefühl, dass Ihnen die Hoheit über das Spiel von den Intellektuellen entzogen und das Ganze zu sehr verkopft wird.
Fußball als gesellschaftliches Massenphänomen, zu dem sich seit einiger Zeit also jeder bekennen darf und mag, find ich gut. Die Gelsenkirchenerin geht sogar so weit, dass ihr kein Mann ins Haus kommt, der nicht auch ein bisschen Fußballfan ist *g*


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