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Sonntag, März 13, 2005

die Frauenfrage

Vor ein paar Tagen war internationaler Tag der Frauen, am 8. März, ich habs durch verschiedene Medien mitbekommen, konnte mich aber nicht dran erinnern, den in früheren Jahren bewusst wahrgenommen zu haben. Es gibt ja für alles mögliche weltweite Gedenktage (des offenen Denkmals, Aidstag, des Lesens usw.), da hab ich nie so den Überblick.
Interessant fand ich, dass sich nicht nur die Zeitungen, sondern auch zahlreiche Blogger mit dem Thema beschäftigt haben, irgendwie schien es für viele doch zumindest erwähnenswert. Gelesen hab ich den interessanten Themenschwerpunkt der Zeit, insbesondere den Streitartikel von Jana Hensel, in dem sie einige unangenehme Fragen und Wahrheiten aufwirft. Wieder einmal musste ich feststellen, dass ich dermaßen kaum emanzipiert bzw. informiert bzw. sensibilisiert bin, dass es eigentlich wehtun müsste, wenn man regelmäßiger drüber nachdenken würde......Armutszeugnis dafür, dass man (ha!, aber ich weigere mich "frau" zu schreiben, das find ich dann auch albern) eigentlich viel zu oft mit mehr oder weniger latentem Sexismus und sogar Benachteiligung konfrontiert ist und es mehr oder weniger bereitwillig hinnimmt, sich arrangiert und ignoriert. Ich komme mir gerade so angepasst, unkritisch und abgestumpft vor.....
Jüngstes Beispiel: gerade eben lese ich ein ziemlich furchtbares (geliehenes) Buch, das in die Kategorie der sog. "Frauenromane" gehört. Warum lese ich das, statt es nach zwei Seiten in die Tonne zu stopfen und dem Besitzer zu verbieten, es jemals zu lesen? Amüsiere ich mich wirklich über die unsäglich vorhersehbare Geschichte einer trampeligen, ignoranten Frau, die am Ende absurderweise höchstwahrscheinlich ihren Traumprinzen bekommt, egal wie sehr sie sich daneben benommen hat? Zugute halten kann ich mir höchstens, dass (soweit ich mich erinnern kann) ich noch nie ein Buch abgebrochen habe, egal wie schlecht es ist.....ich muss mir also immer mal wieder an die eigene Nase fassen und hab beschlossen, mich ein bisschen mehr zu informieren, z.B. mit Hilfe des Genderblog.
Auch eine Talkshow, in der Alice Schwarzer zu Gast war und über ihre rebellische Jugend erzählt hat, fand ich inspirierend. Ich muss gestehen, ich hab in meinem Leben bisher vielleicht zwei "Emmas" gelesen und bin weit davon entfernt, mich als Emanze zu bezeichnen. Ich will kein Binnen-I, kein "frau" statt "man" (s.o.), keine Anrufbeantworterin und keine lila Latzhosen. Aber ich will mehr weibliches Selbstbewusstsein, bei mir und bei anderen, keine automatische Unterwürfigkeit und vorauseilendes Zurücknehmen der eigenen Person Männern gegenüber, bei dem ich mich (zu) oft ertappe, so! (Zögern Sie nicht, höhnisch-kritische Kommentare abzugeben.......Jehova, Jehova)
Versöhnlicher fand ich deshalb die Idee, über die ich bei Anke Gröner und Franziskript gestolpert bin: wieviele Bücher weiblicher Autoren finden sich im Regal? Anfangs sind mir nur wenige eingefallen, dann warens mehr, als ich gedacht hatte - ein schöner Effekt. Die lange Liste sollte ich mir immer mal wieder vor Augen führen, wer weiß, für was es gut ist =)

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